Beschlussantrag:
- Der Generalsanierung des Beruflichen
Schulzentrums Wertheim – Fachraumzentrum, Kerngebäude und Containerlösung
für die Zwischenunterbringung – auf der Basis der Kostenberechnung von
Drees & Sommer vom Februar 2021 mit Gesamtkosten von brutto 46,5 Mio.
Euro einschließlich Werkstattneubau wird zugestimmt. Der Rahmenterminplan
sieht eine Fertigstellung aller Bau- und Sanierungsmaßnahmen bis September
2025 vor.
- Im Rahmen der vereinbarten stufenweisen
Beauftragung des Architektenvertrags vom 27.12.2017 wird das Büro Haase
& Bey, Karlstadt, mit den Leistungsphasen
5 und 6 (Honorarzone III)
der HOAI beauftragt.
- Im Rahmen der vereinbarten stufenweisen
Beauftragung für die Planungsleistung für Fachingenieure der technischen
Gebäudeausrüstung (HLSE) wird das Ing.-Büro Helfrich Ingenieure aus Bad
Kissingen zunächst mit den Leistungsphasen
5 und 6 der HOAI beauftragt.
4.
Die
weiteren Architekten- und Fachplanerleistungen der Leistungsphase 7 werden für die Beratungen im Juli 2021 vorgesehen.
5.
Die
Gesamtkosten der umfangreichen Sanierung inkl. Neubau der Werkstatt,
Fachraumzentrum und Interimsunterbringung belaufen sich auf 46,5 Mio. Euro.
Die Finanzierung dieser Kosten ist im Rahmen eines Nachtraghaushalts im
Juli 2021 - durch entsprechende Verpflichtungsermächtigungen -
haushaltsrechtlich sicherzustellen. Der
Mittelabfluss wird im Rahmen des Nachtragshaushaltes 2021 angepasst und bei
Bedarf im Zuge der jeweiligen Haushaltsplanungen fortgeschrieben.
6.
Die
Verwaltung wird ermächtigt, für die weitere Projektsteuerung die hierfür
notwendige Ausschreibung zu veranlassen.
7.
Für die
ebenfalls notwendige Sanierung des Beruflichen Schulzentrums in
Tauberbischofsheim wird eine Machbarkeitsstudie beauftragt.
Sachverhalt
- In der Kreistagssitzung am 31.03.2021
steht die Vergabe weiterer Architekten- und Fachplanerleistungen für die
Sanierung des Beruflichen Schulzentrums in Wertheim an. In der
Sitzungsvorlage S-V-KT/254/2021 (Berufliches Schulzentrum) hat die
Verwaltung unter den Ziffern 2 und 3 vorgeschlagen, im Rahmen der
stufenweisen Beauftragung die Architekten Haase & Bey sowie das
Ingenieurbüro Helfrich nunmehr mit den Leistungsphasen 5 bis 9 der HOAI
zu beauftragen.
In den Vorberatungen des Verwaltungs- und Finanzausschusses am 03.03.2021
und des Ausschusses für Soziales, Bildung, Kultur und Verkehr am 10.03.2021
wurde jeweils ein Empfehlungsbeschluss gefasst, wonach zunächst sowohl für
Architekten als auch für Fachingenieure nur die Leistungsphase 5
(Werkplanung) beauftragt werden soll.
- Aus Sicht der Projektsteuerer Drees
& Sommer sowie der Architekten und Fachingenieure ist diese
Beschlussfassung für den weiteren Fortgang, insbesondere die
Terminplanung, problematisch. Denn parallel mit der Werkplanung werde
ablauftechnisch in den Büros bereits die äußerst umfängliche
EU-Ausschreibung der nahezu 30 Gewerke vorbereitet.
Das erste Ausschreibungspaket über ca. 18,2
Mio. Euro brutto soll nach der Zeitplanung bereits im November 2021
ausgeschrieben werden. Die Angebotsabgabe ist für den Dezember 2021 vorgesehen.
Das zweite Ausschreibungspaket über ca. 6,9
Mio. Euro brutto soll im April 2022 und das dritte über ca. 1,5 Mio. Euro im
September 2022 folgen.
Eine Übersicht der
bauabschnittsübergreifenden Gewerke mit der Zuordnung in die drei Vergabeblöcke
ist als Anlage 1 angeschlossen.
Zu befürchten ist deshalb, nach den Einlassungen von Drees & Sommer,
dass der eng getaktete Zeitplan nicht gehalten werden kann und damit weitere
Kostenrisiken entstehen. Auch die Architekten Haase & Bey haben in einem
„Brandbrief“ vom 08.03.2021 dringend gebeten, die Leistungsphasen 5 und 6 zu
beauftragen, da in ihrem Büro Ausschreibung und Werkplanung stets parallel
erbracht werden und sonst Terminprobleme zu befürchten seien.
- Ergänzende Hinweise zur
Kostenentwicklung für Schule und Fachraumzentrum:
In der Kreistagsvorlage vom 01.07.2020 (V-KT/147/2020) wurden die
Sanierungskosten von Schule und Fachraumzentrum von den Architekten mit rd. 23
Mio. Euro beziffert. In der aktuellen Vorlage bzw. dem Kostenstatus von Drees
& Sommer sind hierfür 33,3 Mio. Euro ausgewiesen.
Diese Kostenerhöhung beruht im Wesentlichen auf folgenden Fakten:
- der nicht enthaltenen Ausstattung mit rd.1,6
Mio. Euro;
- den zu gering veranschlagten Baunebenkosten;
- Kosten der notwendigen Gefahrstoffsanierung wurden unterschätzt;
- die Kostenermittlung der Architekten beruhte auf Vergleichsobjekten; die sich allerdings nicht als belastbar hergestellt hatte;
- kostenerhöhend wirkt sich auch der um Jahre verschobene Umsetzungszeitraum aus.
Nach aktueller Prognose betragen die Investitionskosten insgesamt 45,3 Mio. Euro brutto. Nach Abzug der Zuschüsse zwischen 12 Mio. Euro bzw. 14 Mio. Euro betragen die Nettoinvestitionskosten zwischen 32,4 Mio. Euro und 34,2 Mio. Euro.
- Vor dem Hintergrund dieser Diskussion und den intensiven Vorberatungen in den Ausschüssen wurde mit den Fraktionsvorsitzenden am 24.03.2021 der ursprüngliche Beschlussantrag in der Vorlage S-V-KT/254/2021 für die Beschlussfassung im Kreistag am 31.03.2021 entsprechend dieser Vorlage modifiziert bzw. ergänzt.
Verfasser/-in: Landrat Reinhard Frank
Dezernatsleitung: Landrat Reinhard Frank
