Betreff
Abendlicher Busergänzungsverkehr entlang der Tauberbahn - Verlängerung des Pilotprojektes bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 und Neuvergabe ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026
Vorlage
S/109/2025
Aktenzeichen
797.78
Art
Sitzungsvorlage S

Beschlussantrag:


1. Sachverhalt

Schienenverkehr auf der Tauberbahn seit Dezember 2019

Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2019 trat der neue Verkehrsvertrag zwischen dem Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Verkehrsministerium, und der Westfrankenbahn für die Schienenverkehre auf der Tauberbahn in Kraft.

Neu eingeführt wurde insbesondere ein Ein-Stunden-Takt von Montag bis Freitag zwischen Crailsheim und Wertheim sowie Verstärkerfahrten zwischen Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim. Die Bedienung auf der Tauberbahn zwischen Crailsheim und Wertheim beginnt morgens um ca. 6.00 Uhr und endet abends um ca. 21.00 Uhr.

Pilotprojekt von Februar 2020 bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026

Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg beabsichtigt, auch weiterhin zur Erfüllung seiner Mobilitätsoffensive entlang der Tauberbahn einen abendlichen Busergänzungsverkehr im Zeitraum zwischen 21.00 Uhr und 24.00 Uhr anzubieten. Die Durchführung auf der Schiene ist nicht möglich, da das Eisenbahnverkehrsunternehmen aus Kapazitätsgründen – insbesondere Mangel an Zugführern – die zusätzliche Leistung nicht erbringen kann.

  • So wurden ergänzend zur Schiene Linienbusse von 21.00 Uhr bis 24.00 Uhr im Stundentakt entlang der Tauberbahn zwischen Crailsheim und Wertheim eingeführt.
  • Durch den Busergänzungsverkehr entlang der Tauberbahn

Ø  erhalten auch die Unterwegshalte / Bahnstationen ein abendliches Verkehrsangebot und

Ø  es wird an den Knotenpunkten in Crailsheim und Lauda Fahrgästen, die nach 21.00 Uhr ankommen, eine Weiterfahrtmöglichkeit geboten.

  • Daher sind die Fahrpläne der Busse insbesondere an den Zugankunftszeiten in Crailsheim und Lauda ausgerichtet.

Der Fahrplan besteht aus den Teilstrecken

  • Wertheim-Lauda (Linie 88a),
  • Lauda-Schrozberg (Linie 88b) und
  • Schrozberg-Crailsheim (Linie 88c).

Die Bedienung regelt im Streckenabschnitt Crailsheim bis Schrozberg der Landkreis Schwäbisch Hall und im Streckenabschnitt Schrozberg bis Wertheim der Main-Tauber-Kreis. Aufgrund der langen Fahrtstrecke findet ein Linienbruch in Lauda statt.

Busleistungen

Die Linie 88a mit ca. 95.000 Fahrplankilometern wird seit Februar 2020 durch das Unternehmen Taxi Stemmer mit Großraumtaxis (Pkw mit neun Sitzen) bedient. Auf der Linie 88b kommt ein Linienbus der Firma Ziegler Reisen zum Einsatz. Dieser verkehrt auf ca. 107.000 Fahrplankilometern pro Jahr.

Auf Wunsch des Verkehrsministeriums betrug die Laufzeit des Pilotprojektes fünf Jahre (Dezember 2019 bis Dezember 2024). Bereits für das Fahrplanjahr 2025 erfolgte eine einjährige Vertragsverlängerung. Nun sollen die bestehenden Verträge für das Pilotprojekt erneut um ein Jahr bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 verlängert werden. In Abstimmung mit dem Ministerium nahm der Verkehrsverbund Rhein-Neckar eine aktualisierte Preisabfrage bei den ausführenden Verkehrsunternehmen vor.

Gemäß § 3 Abs. 1 der Finanzierungsvereinbarung vom Dezember 2019 erstattet das Land den Landkreisen den Aufwand für die Beschaffung der vorgesehenen Ersatzverkehre auf Grundlage der wirtschaftlichsten Angebote.

Neuvergabe zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 soll der Busergänzungsverkehr neu vergeben werden. Die Vertragslaufzeit ist zunächst bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2029 vorgesehen und kann voraussichtlich zweimalig um jeweils ein Jahr verlängert werden.

Das Land erstattet den Landkreisen auch weiterhin die Kosten für die Erbringung der Ergänzungsverkehre. Die Landkreise sollen für die Organisation und die Durchführung der Ergänzungsverkehre eine Verwaltungskostenpauschale erhalten.

Es wird die Bedienung aller Strecken mit einem Solobus angestrebt. Eine Anbindung des Lauda-Königshöfer Stadtteils Gerlachsheim durch die Linie 88a Wertheim-Tauberbischofsheim-Lauda wird derzeit geprüft.


3. Finanzielle Auswirkungen

Die Kosten für die einjährige Verlängerung des Pilotprojekts belaufen sich auf voraussichtlich 610.000 Euro. Da das Land Baden-Württemberg die anfallenden Kosten übernimmt, entstehen dem Main-Tauber-Kreis keine zusätzlichen Kosten. Gemäß Schreiben vom 25. August 2020 erfolgt die Abrechnung des Busergänzungsverkehrs direkt zwischen dem Land Baden-Württemberg, dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar sowie den ausführenden Verkehrsunternehmen.

Die Kosten für die bevorstehende Neuvergabe können derzeit noch nicht beziffert werden. In der noch abzuschließenden Finanzierungsvereinbarung soll die vollständige Kostenerstattung durch das Land vorgesehen werden.

4. Klimarelevanz

Einschätzung der Klimarelevanz:

Auswirkungen auf den Klimaschutz

positiv

keine

negativ

Bei positiven und negativen Auswirkungen des Beschlusses bzw. der Maßnahme auf den Klimaschutz:

Treibhausgas(THG)-Ausstoß in CO2-eq

Erhebliche Reduktion

Geringfügige Reduktion

Geringfügige Erhöhung

Erhebliche

Erhöhung

Verfasser/-in: Thorsten Haas

Bereich/Amt: Verkehrsgesellschaft Main-Tauber mbH (VGMT)

Dezernatsleitung: Ursula Mühleck